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Weisheiten

"Die Weisen waschen die negativen Handlungen nicht mit Wasser hinweg, noch beseitigen sie das Leiden der fühlenden Wesen mit ihren Händen. Sie übertragen ihre eigenen Erkenntnisse auch nicht auf andere, sondern indem sie die Wahrheit lehren, bewirken sie die Befreiung."

Der Buddha

Salzburg, 21. Mai – Interreligiöser Dialog

Ein begeisterter Empfang für S.H. Dalai Lama in der Salzburgarena
Viele Anhänger bitten um Autogramme
Begrüßung des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser
S.H. Dalai Lama beim Entzünden einer Kerze, die für das harmonische Miteinander der Religionen steht
Erzbischof Alois Kothgasser
Fünf Weltreligionen gemeinsam verbunden


Trotz des sehr dichten Programms zeigte sich Seine Heiligkeit stets entspannt und gut gelaunt. Das primäre Ziel, für das er sich weltweit einsetzt, ist die Förderung von menschlichen Werten wie Warmherzigkeit, Liebe, Mitgefühl und Toleranz. Er plädierte daher für eine säkulare Ethik jenseits der Religionen für alle Menschen, auch diejenigen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Ein zweites wichtiges Anliegen ist für ihn die Förderung der Harmonie zwischen den Weltreligionen. In diesem Zeichen stand der interreligiöse Dialog am Nachmittag des 21. Mai in der Salzburgarena mit Vertretern der wichtigsten Religionsgemeinschaften in Österreich, allen voran Erzbischof Dr. Alois Kothgasser von Salzburg.

Religionen müssen in einer multireligiösen Gesellschaft konstruktiv zusammenleben, so der Tenor der Veranstaltung. Trotz aller Unterschiede haben die Religionen laut Seiner Heiligkeit im Kern ein gemeinsames Ziel: In den Menschen Werte wie Liebe, Mitgefühl und Toleranz hervorzubringen. Es gebe viele Wege, um zu diesem Ziel zu gelangen. „Es ist möglich, religiöse Harmonie zu fördern, anderen Religionen gegenüber Respekt zu entwickeln und dennoch den Glauben in seiner eigenen Religion zu bewahren. Jede Religion vermittelt ihren Anhängern Werte und Anleitungen zu einem sinnerfüllten Leben. Es ist jedoch wichtig, den eigen Glauben im täglichen Leben anzuwenden und nicht nur überlieferte Rituale zu befolgen.“

Am interreligiösen Dialog nahmen neben Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama Erzbischof Dr. Alois Kothgasser von Salzburg, die Superintendentin der Diözese Salzburg/Tirol der evangelischen Kirche, Mag. Luise Müller, Gemeinderabbiner Mag. Schlomo Hofmeister von der Israelitischen Glaubensgemeinschaft Wien und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Dr. Fuat Sanac teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Doris Appel, Leiterin der Abteilung „Religion“ des ORF Radio.

In seiner Ansprache verwies Seiner Heiligkeit auf das Beispiel von Indien, wo Weltreligionen – wie das Christentum, das Judentum und der Islam – friedlich neben einheimischen Traditionen – wie dem Buddhismus, dem Hinduismus und dem Sikhismus – existieren. Es gebe zwar philosophische Unterschiede zwischen den Religionen, aber in allen geht es darum, mehr Mitgefühl zu entfalten und zu besseren Menschen zu werden. Dies ist der Boden, auf dem der gegenseitige Respekt gedeihen kann. Seit 1975 setzt Seine Heiligkeit vor allem drei Schritte in seinen Bemühungen um die Harmonie zwischen den Religionen um: er trifft religiöse Führungspersönlichkeiten zu Gesprächen, er trifft spirituell Praktizierende zum Erfahrungsaustausch und er besucht heilige Stätten anderer Traditionen und betet mit ihnen gemeinsam. Sein Rat: „Als Individuum kann man einer Wahrheit und einer Religion folgen – aber im globalen Kontext müssen wir anerkennen, dass es mehrere Wahrheiten und mehrere religiöse Traditionen gibt. Auch Buddha hat zu seinen Lebzeiten nie versucht zu konvertieren, genauso wenig wie Jesus oder der Prophet Mohammed.“

Fotos: Tibetzentrum / Tenzin Choejor

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