Deutsch|English

Wisdom Quotes

"The sage do not wash away sins with water, neither do they remove sentient beings‘ suffering with their hands; nor can they transfer their own realisations to others. They liberate beings by revealing the truth of suchness."

Lord Buddha

Studien- und Pilgerreise nach Indien

Ehrw. Geshe Tenzin Dhargye - Reiseleiter
tibetische Schriften
der Geschichtsprofessor der Universität
Mönche in Bodhgaya
leicht überfülltes Auto

Dezember 2014 - Flughafen Wien. Um 11:30 Uhr treffen wir uns gleich hinter dem Check-In. Wir, das sind eine bunt gemischte Gruppe von Leuten, die auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Tibetzentrum verbunden sind. Wir kommen aus vier verschiedenen Ländern, alle mit anderen Beweggründen warum wir diese Reise antreten. Einige wollen wieder nach Indien und die heiligen Orte nach langer Zeit wieder sehen, andere waren zwar schon öfter in Indien, jedoch noch nie in Varanasi, Bodhgaya und Nalanda und nochmal andere - so wie ich - waren noch nie in Indien und betreten Neuland. 

Für mich persönlich geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung und ich hoffe nur, dass meine Erwartungshaltung nicht zu hoch ist. Ich will eintauchen in ein Indien voller Farben, Gerüche, Geräusche und tiefer Empfindungen - das Indien, das ich schon auf vielen Bildern und Vorträgen erfühlt habe. Nur halt noch nie persönlich.

Für mich persönlich geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung und ich hoffe nur, dass meine Erwartungshaltung nicht zu hoch ist. Ich will eintauchen in ein Indien voller Farben, Gerüche, Geräusche und tiefer Empfindungen - das Indien, das ich schon auf vielen Bildern und Vorträgen erfühlt habe. Nur halt noch nie persönlich.

Und schon in Delhi am Flughafen geht es los - erst die Empfindungen: Geshe Tenzin Dhargye und sein Schüler Geshe Lobsang empfangen uns am Flughafen mit den weißen Haddaks oder auch Khatas. Dies ist mein erstes Mal und ich bin schon völlig am Ende - vor Rührung.

Ansonsten sehen wir erst einmal recht wenig vom Treiben in Delhi - es ist ein Uhr morgens und wir übernachten in einem Hotel in Flughafennähe um am nächsten Tag weiter nach Sarnath/Varanasi zu reisen. So erreichen wir am nächsten Nachmittag die Universität von Sarnath und schon hier gibt es die nächste Überraschung - wir werden zur abends stattfindenden Hochzeit auf dem Gelände der Uni eingeladen. Sehr beeindruckend.

Am Morgen darauf haben wir die Ehre, dass uns der Vize-Kanzler der Universität empfängt und uns durch die Einrichtung führt. Mich persönlich beeindruckte die Bibliothek am meisten. Soweit ich mich erinnere, ist dies die größte Bibliothek mit Tibetischen Schriften. Immer wieder erreichen solche alten Schriften die Universität von Sarnath und werden dort verwahrt, zum Teil auch digitalisiert und einem breiteren Publikum zur Verfügung gestellt.

Wir meditieren im Kalachakra Tempel und fahren am Nachmittag mit Rikschas in den Hirschgarten von Sarnath, wo Buddha seine erste Lehrrede hielt. Der Geschichtsprofessor der Uni führt uns netterweise durch das Gelände und erklärt die Geschichte der Stupa und einiger Ruinen.

Am nächsten Morgen kehren wir zum Hirschgarten zurück um an der Stupa zu meditieren. Nachmittags geht es durch den wilden indischen Verkehr zu einem hinduistischen Tempel und anschließend weiter zum weltberühmten Arti-Festival am Ganges. Es fehlen weder die berühmten heiligen Kühe auf den Straßen, wildes Gehupe, im Ganges untertauchende Pilger, noch die lodernden Bestattungsfeuer und sogar ein Sadhu hat sich eingefunden. Netterweise fehlen die unangenehmen Gerüche völlig - ich bin dankbar.

Für mich das Indien wie ich es mir vorgestellt und erträumt hatte. Es ist Gefühl pur und einerseits ein Festival der Sinne, genauso wie es auch eine gewaltige Strapaze für manch andere Sinne ist.

Das sollte nicht die letzte Strapaze der anderen Art gewesen sein. So wurde am nächsten Tag unser Sinn für richtiges Verhalten im Verkehr gewaltig auf die Probe gestellt. Wir hatten das Vergnügen - witziger weise empfand ich es tatsächlich als ein solches - mit dem Bus auf dem Highway nach Bodhgaya zu fahren. Laut Google könnte man die Strecke in ca. 4 Stunden schaffen - mit welchem Verkehrsmittel ist mir jedoch nicht klar. Schon die Auffahrt auf den Highway war das pure Abenteuer. Das Schlagloch, durch das wir mussten, brachte den Bus in eine beängstigende Schieflage und die LKWs die uns entgegen kamen - ja genau, entgegen (!) - auf der Autobahn - ließen das mulmige Gefühl einfach nicht weniger werden. Irgendwann schafften wir es dann aber noch auf die richtige Fahrbahn und es konnte etwas zügiger weiter gehen. Gegenverkehr ist auf indischen Highways anscheinend etwas völlig normales - ob Ochsenkarren, Fußgänger, Radfahrer oder auch diese lustig anmutenden LKWs - alle sind in alle möglichen Richtungen unterwegs. Und auch in einer gewissen Seelenruhe. Ich habe relativ lange Zeit beim Fahrer ganz vorne verbracht - fand ich persönlich den besten Platz im Bus - und hier sieht man, für westliche Augen unvorstellbare Verkehrssituationen. Es wird zwar fleißig gehupt, schaut man jedoch die Gesichter der Autofahrer, Radfahrer, etc. an, sind sie alle scheinbar völlig entspannt. Business as usual offensichtlich. (das setze mal einer Österreicher und Deutsche ans Steuer oh oh).

Na ja, nach schon 7 oder 8 Stunden waren wir dann in Bodhgaya. Wir bezogen unsere Zimmer im wunderbaren Hotel Mahayana und haben ein wunderbares tibetisches Abendessen zu uns genommen. Momos, Suppe usw. - ein Genuss! 

Am Tag 6 unserer Reise konnten wir dann endlich zum Ort von Buddhas Erleuchtung - dem Bodhibaum, neben dem die berühmte Stupa von Bodhgaya erbaut wurde. Es fanden gerade die International Chanting Weeks statt und entsprechend laut war es. Völlig egal - die Stimmung und Energie an diesem Platz sind unbeschreiblich. Ich bin mir sehr sicher, dass ich an diesen Ort zurückkommen werde.

Wir blieben noch 2 Tage in Bodhgaya, mit täglichen Ausflügen, aber immer wieder zog es uns zur Stupa. Egal wann man dort war, man traf immer wieder jemanden aus unserer Gruppe - die Kora gehend, meditierend oder auch einfach nur diesen Ort und die Ruhe genießend.

Unsere Ausflüge gingen nach Rajgir auf den Geierberg wo Buddha das Herz-Sutra lehrte und anschließend zu den Ruinen der Universität von Nalanda. Tags drauf ging es noch zur Mahakala Höhle, in der Buddha 6 Jahre lang meditiert und gefastet hatte.

Wieder einmal erwähnenswert sei die Fahrt. Indien scheint immer in Bewegung zu sein. Überall gehen Menschen die Straßen entlang, die Frauen eingehüllt in wunderschöne Saris und die Männer mit Stoffhose und Hemd - wie aus dem Ei gepellt. Und dann natürlich die Unmengen von Radfahrern, Mopedfahrern - allein oder mit der halben Familie auf dem Moped - Ochsenkarren, usw. Und dann kommen noch Autofahrer die, während man Mopeds und Radfahrer überholt, einen selbst überholen - natürlich hupend, weil das muss sein.

Natürlich mussten wir auch wieder die Rückreise antreten. So flogen wir also zurück nach Delhi wo uns dann noch ein freier Tag blieb. Etwa die Hälfte der Teilnehmer fuhr zum Taj Mahal und die andere blieb in Delhi, besichtigte das National Museum mit Sektionen über die ersten Zivilisationen in Indien, verschiedenen religiösen Statuen, Kunst und Schmuck der Inder und auch einer buddhistischen Sektion mit Buddha-Reliquien, die aus einer Stupa stammen, die von König Ashoka errichtet worden ist. Den Lotus Tempel fand ich persönlich wenig prickelnd - optisch gleicht er eher der Oper in Sydney. Jedoch fand ich das, was ich über die Bahai, deren Tempel dies ist, gelesen habe recht sympathisch. Sie sehen sich als Universalreligion, bei der die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfältigkeit, im Mittelpunkt stehen.

Am letzten Tag gingen wir noch shoppen bis der Arzt kommt und fuhren nach Majnu Ka Tilla, einer tibetischen Siedlung irgendwo in Delhi. Es gab ein traumhaftes Abschiedsessen bevor es zum Flughafen ging. Fazit: Eine tolle, tief beeindruckende Reise, perfekte Organisation mit einer super Gruppe und ich fühlte mich von A-Z sicher wie in Abrahams Schoss. Jederzeit sehr sehr gerne wieder!

Hallo ihr Lieben!

Chenrezig - der Buddha des Mitgefühls
SH Dalai Lama - Lachen ist die beste Medizin
Achtsames Gehen
Morgenmeditation

Die Tage werden merklich kürzer, die Luft wird angenehm kühl, die Sonnenwärme schwächer, in Knappenberg heizen wir bereits an manchen Tagen… die Boten des herannahenden Herbstes grüßen uns. Eine gute Zeit, Innenschau zu halten und sich der Entfaltung innerer Qualitäten zu widmen, was meint ihr?

Wie geht's euch, wenn ihr an Mitgefühl und Liebende Güte denkt? Was lösen diese Begriffe in euch aus? 

Als ich vor rund 20 Jahren zum ersten Mal ein Buch über den buddhistischen Weg in Händen hielt – der Titel des Buches war Der Weg zur Freiheit von S.H. Dalai Lama (ein Kommentar zum Lamrim – Stufenweg zur Erleuchtung) –, war ich überzeugt davon, dass es echte Freiheit nicht gibt. Unter Freiheit verstand ich damals z.B. Wahlfreiheit, gerechte Gesellschaft, Chancengleichheit usw. Freiheit hatte damals für mich vor allem mit äußeren Rahmenbedingungen in der Gesellschaft, in der wir leben, zu tun. Meine Erfahrungen als streitbare Kämpferin für Frauenrechte und Weltfrieden, als engagierte Mutter, die mit anderen Müttern für eine bessere Luft in meiner damaligen Heimatstadt demonstrierte und vieles mehr, bestärkten meine Überzeugung: Freiheit ist eine Illusion.

Ich hab' daher das Buch Der Weg zur Freiheit mit der Absicht zu lesen begonnen, die dort beschriebenen Thesen zu widerlegen. Das Ende der Geschichte ist bekannt: die Lehren in diesem Buch haben mein Leben verändert, vor allem die Themen Mitgefühl, Großzügigkeit, Ethik usw. haben mich so tief bewegt, dass ich den Entschluss fasste, diesen Weg zu gehen und diese Übungen zu praktizieren. Ich weiß nun, dass äußerer Freiheit innere Freiheit vorausgeht, und ich bin heute überzeugt: innere Freiheit ist möglich. Es ist dies die Freiheit von leidbringenden Emotionen wie Hass, Eifersucht, Neid, Begierde und die Freiheit zu Mitgefühl, Liebende Güte, Mitfreude, Weisheit usw. Auch wenn meine Übungen noch keine großen Früchte tragen, so erlebe ich doch Veränderungen im Denken und Handeln. Mein Leben hat Leichtigkeit, Gelassenheit und Freude gewonnen und vor allem: ich nehme mich viel weniger wichtig ;-)

Was ist Mitgefühl? Mitgefühl ist der Wunsch, alle Lebewesen mögen frei sein von Leid und den Ursachen des Leids. Mitgefühl beschränkt sich aber nicht auf bloßes Wunschdenken, Mitgefühl ist auch aktives Handeln, das wir einsetzen, um Leiden zu mindern oder zu beseitigen. Mitgefühl ist ein Geisteszustand, der dann zu entsprechenden Handlungen führt. Und wenn sich diese Geisteshaltung manifestiert, ist kein Platz für Hass, Eifersucht, Neid usw. Denn Mitgefühl und Hass können nicht gleichzeitig in einem Bewusstsein entstehen. Es lohnt sich daher, diese Geisteshaltung zu entfalten und zu stärken, denn so werden die leidbringenden Emotionen, wie Hass, Gier usw. automatisch schwächer. Klingt das kompliziert? Die gute Nachricht: wir können unseren Geist schulen, entwickeln, trainieren, so wie wir z.B. unsere Muskeln trainieren, wenn wir einen Marathon laufen wollen. 

Geistesschulung bedeutet zunächst, unsere gegenwärtigen Sichtweisen zu überprüfen und sie allmählich an die Wirklichkeit anzupassen. Wenn wir daran denken, Mitgefühl für uns selbst und für unsere Freunde und Familien zu entwickeln, so werden wir voller Eifer und Freude mit der Übung beginnen wollen. Wenn wir aber Mitgefühl für Fremde, die wir nicht kennen, entwickeln sollen, so sind wir schon zurückhaltender. Wir denken vielleicht: Was gehen mich die Fremden an? Sie tun ja auch nichts für mich. Warum soll ich mich für ihr Wohlergehen einsetzen? Und wenn wir Mitgefühl für unsere Feinde entwickeln sollen und an jene denken, die uns bedrohen, die uns Schaden zufügen, dann sagen wir mit Sicherheit: Für DIE rühre ich keinen Finger!

Ist es nicht so?

Aber beginnen wir mal bei uns selbst. Schauen wir auf die Art, wie wir essen, gehen, sprechen, arbeiten usw. Viele unserer alltäglichen Gewohnheiten eignen sich bestens als Übungsfeld, denn die Art und Weise, wie wir mit unserem Körper umgehen oder wie wir sprechen und unseren Geist einsetzen ist oft alles andere als mitfühlend. Nehmen wir uns Zeit, und betrachten wir unsere Gewohnheiten! Es lohnt sich, tiefer zu schauen und für unser Königreich – für unseren Körper und für unseren Geist – Verantwortung zu übernehmen.

Mitgefühl beginnt mit mir. 

Seine Heiligkeit der Dalai Lama sagt: Mitgefühl ist dein Lehrer, dein bester Freund, dein wahrer Beschützer. (Compassion may serve you as a teacher, the best of friends, your true protector.) 

Wer mehr zum Thema Mitgefühl und Liebende Güte erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, an meinem Seminar am Samstag, 26. September, teilzunehmen: Opens external link in new windowSich selbst und andere tiefer verstehen 

Ich freue mich, wenn ihr dabei seid und wünsche euch eine schöne, entspannte Woche und viel Freude beim Geistestraining,

Monika

Übrigens: Wir freuen uns über eure Anregungen und Kommentare! Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at 

Ein freudvolles Tashi Delek in alle Himmelsrichtungen!

Shakyamuni Buddha
Manasarovarsee in Tibet
Ehrw. Geshe Tenzin Dhargye
Kailash - Tibets heiliger Berg
Stupa in Tibet

Hallo liebe Leute! In meinem letzten Blog ging's ja um die konzentrierte Meditation - daher passend meine Frage dazu: Habt ihr's ausprobiert? Falls ja und ihr denkt euch „OMG, ich habe so viele Gedanken, das ist mir bis jetzt gar nicht aufgefallen!“, so ist das ein gutes Zeichen und ganz normal. Indem man nämlich mit dem Bewusstsein Licht auf die innere Dimension wirft, kann man Dinge (Gedanken, Emotionen etc.) erkennen, die zuvor im Dunkeln verborgen waren.

Die analytische Meditation

Heute geht es um die zweite Art der Meditation, die analytische Meditation, die mir Ehrw. Geshe Tenzin Dhargye (s. Foto) beigebracht hat. Es geht darum, mit Hilfe von Argumenten intensiv über einen Sachverhalt nachzudenken. Ziel ist es, durch kontemplative Analyse zu einer inneren Erkenntnis zu gelangen. Gedanken sind bei dieser Meditation also willkommen!

Das Thema

Wähle ein beliebiges Thema, dessen Inhalte du in deiner Meditation vertiefen möchtest. Ich persönlich denke gerne über die Vergänglichkeit des Lebens nach, sprich über den Tod. Vielleicht denkst du dir jetzt: „Sehr demotivierend, ich möchte doch vielmehr das Leben genießen, mich auf Positives konzentrieren und nicht jetzt schon über den Tod, das Dunkle, das Ungewisse, das Beängstigende nachdenken“. Auch gut und schön! Bis bald an alle, die an dieser Stelle diesen Blog verlassen und im Internet weiter nach Glück surfen :-)

Wo war ich? Genau, der Tod.

Ich finde, dass es am Ende des Tages sehr hilfreich sein kann, wenn man sich bereits zu Lebzeiten immer wieder mit dem Lebensende vertraut macht. Daher lade ich dich jetzt ein, kurz über den Tod nachzudenken. Analog zum Tod kann natürlich über jedes andere beliebige Thema kontempliert werden.

Der Tod – eine Analyse

Hierzu gibt es drei Punkte:

1. Der Tod kommt gewiss;

2. Der Todeszeitpunkt ist ungewiss;

3. Zum Todeszeitpunkt hilft nichts außer den positiven Handlungen, die man im Leben gesammelt hat.

Zum ersten Punkt stellst du folgende Überlegungen an: Auf dieser Erde gibt es keinen Ort, an dem du nicht sterben müsstest – ganz gleich wie tief du in den Ozean tauchst, ganz egal wie hoch du in den Himmel fliegst, ganz unabhängig davon wie tief du in die Erde gräbst, der Tod wird dich mit Sicherheit einholen. Eine Metapher, die versinnbildlicht wie unausweichlich der Tod ist: Stelle dir vier unendlich hohe unüberwindbare Berge vor. Jeder dieser Berge steht in einer Himmelsrichtung und du in der Mitte wie in einem Vierkanthof. Die Berge rasen unaufhörlich aufeinander zu, was tust du? Die Erkenntnis wäre, dass es von Nutzen ist, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Er ist unausweichlich.

In Bezug auf den zweiten Punkt denkst du, dass dein Körper im Grunde sehr fragil ist. Oft kann ein unglücklicher Unfall zum Tod führen. Oder Ärzte im Krankenhaus begehen einen Fehler und du stirbst mit 26 an einer harmlos geglaubten Grippe. Nur weil du vielleicht jung bist, heißt das nicht, dass der Tod nicht um die Ecke wäre. Wie oft schon sind junge vor alten Menschen gestorben? Es gibt demnach keine Sicherheit, wann der Tod eintreten wird. Die daraus folgende Erkenntnis ist: Die Auseinandersetzung mit dem Tod im Hier und Jetzt, ohne Aufschub.

Hinsichtlich Punkt 3 überlegst du dir, dass du zum Todeszeitpunkt nichts mitnehmen kannst: kein Geld, keine Besitztümer, keine Freunde, keine Verwandte etc. Alles, wirklich alles, muss zurück gelassen werden. Das Einzige was bleibt sind Eindrücke, Erinnerungen, Gewohnheiten usw. Es heißt, wenn diese vorwiegend positiv sind, wird man friedlich und freudvoll aus dem Leben scheiden, sind sie überwiegend negativ, wird man zum Todeszeitpunkt leidvollen Umständen ausgesetzt sein.

Diese analytische Vorgehensweise stammt von einem großen tibetisch-buddhistischen Meister aus dem 14 Jahrhundert. Betont wird die kontinuierliche mentale Auseinandersetzung mit einem Thema, damit sich eine tiefgreifende Erfahrung einstellen kann, die über die intellektuelle Ebene hinausgeht. Ich finde diese Gedankengänge einfach super-zeitlos und stets modern!

Die positive Wirkung, die sich mitunter aus diesen Überlegungen ergibt, ist, dass du viel zielgerichteter durchs Leben gehst. Du betrachtest das eigene Leben vielleicht von hinten her, also mit den Augen eines/r Greises/in und siehst worauf du im Leben gerne zurückblicken möchtest. So kannst du bereits heute Prioritäten setzten, Essenzielles von nebensächlichen Ablenkungen unterscheiden und folglich deine Ziele schneller realisieren.

Eine wunderschöne Zeit und vielleicht bis bald am Tibetzentrum!

Jasmin

Chang – ein selbstgebrautes tibetisches Elixier

Wir kochen das Chang
Wir trinken das Chang ;-)

Liebe Leute und TibetfreundInnen,

heute möchte ich euch etwas über ein Getränk erzählen, von dem wir am Tibetzentrum in den Kursen zur tibetischen Medizin immer wieder etwas hören und das für Tibeter genauso wichtig ist wie ihr allgegenwärtiges Tsampa (geröstetes Gerstenmehl): nämlich über Chang, das tibetische Bier!

In der tibetischen Medizin werden dem Chang (sprich: dschang), dem „tibetischen Gerstenbier“, viele tolle Wirkungen zugeschrieben. Die Ärzte und Lehrer erwähnen es häufig und beschreiben es als „heilsames Elixier“.

Bier als medizinische Anwendung? Das sorgte in unseren Kursen immer wieder für belustigtes Staunen und hat uns neugierig gemacht. Eines Tages wollten wir es genau wissen und haben mit einem tibetischen Arzt und mit einigen TeilnehmerInnen am Tibetzentrum unser eigenes Chang gebraut!

Die Herstellung ist schon recht aufwendig: Benötigt wird Gerste – ganz normale Gerste, keine Rollgerste, sondern das ganze Korn mit Schale. Zunächst wird die Gerste weichgekocht und danach der auf ca. 30 bis 40 Grad abgekühlte Gerstenbrei mit Fermentationsmittel versetzt. Anschließend wird das Ganze zum Gären in einen warmen Raum gestellt. Mit der Zeit entsteht Alkohol, der sogenannte „erste Chang“, ein besonders intensives und alkoholhaltiges Getränk. Der vergorene Gerstenbrei wird schließlich noch ein- bis zweimal mit Wasser angesetzt, wobei der Alkoholgehalt des Getränks immer geringer wird. Aus zwei Kilo Gerste erhält man so bis zu sieben Liter Chang!

Chang schmeckt leicht säuerlich, ähnlich wie Most oder Sturm. Und es kann – je nach Alkoholgehalt – auch ganz schön zu Kopf steigen! Deswegen warnen die tibetischen Ärzte, es nur in Maßen – zu genießen. Es schmeckt erfrischend und ist unserer Meinung nach auch ein ausgezeichneter Durstlöscher im Sommer. Wer weiß, vielleicht bekommt ihr bei eurem nächsten Besuch bei uns am Tibetzentrum sogar ein Gläschen angeboten…… :-)

In der tibetischen Medizin wird Chang auf vielerlei Art verwendet: als entspannendes und die Nerven beruhigendes Getränk oder als warme Suppe (!) zur Kräftigung von Müden und Gestressten. Sogar der Gerstenrückstand, das sog. „Bangma“, wird genutzt: daraus kann man wunderbare Kompressen für die Therapie herstellen. Aber darüber erfahrt ihr mehr in einem der nächsten Blogs!

Liebe Grüße und auf baldiges Wiedersehen, -hören oder -schreiben!

Lucia

 

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at 

Eine Entdeckung - viele Fragezeichen - eine Transformation

Seminarraum
Geshe-la und Jürgen
Eingang Tibetzentrum

Vor über 3 Jahren suchte ich im Internet nach Heinrich Harrer, dessen letzten Vortrag außerhalb Österreichs über seine Zeit im alten Tibet, ich 1996 sehen durfte. Es war ein unglaublich beeindruckender Vortrag im AudiMax der Münchener Ludwig-Maximilians Universität.

Irgendwie hatte mich an jenem Vormittag einfach interessiert, ob Heinrich Harrer noch lebt. Bei meiner Recherche entdeckte ich das Tibetzentrum, das einige Jahre zuvor, zusammen mit dem Dalai Lama ins Leben gerufen worden war. Und ich sah, dass in einer Woche ein Tag der offenen Tür stattfinden sollte. Sofort wählte ich die Nummer meines Vorgesetzten und bat um Urlaub für diesen Tag. So fuhr ich tatsächlich am darauf folgenden Freitag in aller Früh nach Knappenberg - 4 1/2 Stunden Fahrzeit ist schon relativ viel für einen Tagesausflug. Das war mir aber egal. Ich musste dorthin.  

Alleine die Fahrt nach Knappenberg war, spätestens ab Obertauern, ein Genuss. Die Mur entlang ging’s in die wunderschöne Steiermark, dann über Neumarkt nach Kärnten und dann in Hüttenberg den steilen Berg hoch nach Knappenberg. Ich hatte mir vorher nicht viele Gedanken darüber gemacht, wo ich genau hinfahre und war überwältigt von der Landschaft und der Lage des Ortes. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich an diesem Tag immer wieder am großen Fenster im Musikzentrum - damals fanden alle Veranstaltungen noch dort statt - stand und diesen atemberaubenden Ausblick genoss. Kurz und gut, ich kam an diesem Tag in den Genuss einer tibetischen Kräuterkissen-Massage (ein Traum!)  und einer Gehmeditation die uns Monika vorstellte. Ich kann nicht genau sagen was es war, aber als ich an diesem Nachmittag die 4 1/2 Stunden nach Hause fuhr, schwebte ich auf Wolken. Ein paar Tage später meldete ich mich für den Lehrgang Buddhistische Wissenschaft des Geistes - kurz BSM - an.

So besuchte ich im Oktober 2013 meine erste BSM-Vorlesung, gehalten von Lama Geshe Tenzin Dhargye und Jürgen Manshardt als Übersetzer. Da saß ich nun, hörte beiden zu, Geshe-la lehrte auf Tibetisch und Jürgen Manshardt dolmetschte ins Deutsche aber irgendwie verstand ich beide nicht so richtig. Mein westliches Kopf-Geist-Bewusstsein war an so etwas nicht gewöhnt. Ich möchte fast behaupten, dass ich zeitweise förmlich einen Knoten im Gehirn hatte. War mein Kopf doch vor allem daran gewöhnt, sich ständig mit neuen Dingen und mit Problemstellungen in der Informationstechnologie zu beschäftigen. Tag und Nacht kreisten die Gedanken um geschäftliche Anforderungen oder um das Problem, was kaufe ich ein oder wie kriege ich meinen Sohn dazu, die Hausaufgaben zu machen. 

In dieser Vorlesung jedoch war genau dieser, in mir ständig beschäftigte sowie unruhiger Geist die Hauptperson und unter anderem die Betrachtung der Unbeständigkeit der Phänomene. Und darüber habe ich mir so gut wie nie Gedanken gemacht, zumindest keine tiefgründigen, nicht so sehr ins Detail gehende Gedanken. Da saß ich nun, mit meinen mindestens 3 Fragezeichen auf der Stirn und versuchte zu verdauen, dass man sich im Buddhismus darüber Gedanken macht, ob der Raum in einem Glas nun permanent oder semipermanent vorhanden ist.

Bei der Heimfahrt am Sonntag fiel mir auf, dass ich während dieser 3 Tage nicht eine Sekunde an die Arbeit gedacht hatte. Ein Zustand, den ich bis dahin maximal während einer ausgesetzten Klettertour erreichen konnte. 

In den letzten 2 Jahren wurde das Tibetzentrum für mich zu einem Refugium, zu einem Ruhepol in dem ich mich mit Geist und Bewusstsein beschäftigen darf und in dem die Hektik meines Alltags nichts zu suchen hat. Dieses intensive Beschäftigen mit dem Innen hat sich bei mir mit der Zeit auch im Außen niedergeschlagen. So reagiere ich zunehmend gelassener auf die Herausforderungen des Alltags, habe mindestens 2 Gänge zurückgeschaltet und achte mehr auf meine Bedürfnisse, die meiner Lieben und auf meine Umwelt. Und ich freue mich, dass ich sagen kann, dass ich inzwischen sehr viel mehr verstehe als in der ersten Vorlesung und ich dieses Studium definitiv nicht missen wollte.

Sonnige Grüße,

Ulrike E.

 

Falls ihr mehr über das Tibetzentrum erfahren wollt, klickt Opens external link in new windowhier!

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at 

DER PULS – BOTSCHAFTER DER KÖRPERS

Pulslesen im Workshop des Tibetzentrums lernen
mit Hilfe von verschiedenen Schnüren die Pulseigenschaften ertasten
Faszinierender Urin!

Ich bin ein großer Fan der tibetischen Medizin und darf seit ein paar Jahren in den Seminaren und Lehrgängen des Tibetzentrum Instituts die Traditionelle Tibetische Medizin als Dolmetscherin begleiten und so auch immer tiefer begreifen.

Ich habe schon einige Ärzte und Lehrer an unserem Institut erlebt und jeder von Ihnen hat seine eigene ganz persönliche Art und Weise, das tibetische Heilwissen zu vermitteln. Die einen lieben die Grundlagentexte, lesen auch immer wieder kurze Stellen aus den Medizintantras und haben ihre Freude an den tiefgründigen Erklärungen. Andere sind eher praktisch orientiert und animieren die TeilnehmerInnen immer wieder dazu, das Gelernte in Gruppen spielerisch umzusetzen. Dann werden untereinander Pulsdiagnosen erstellt und Urinproben begutachtet und die Ergebnisse der ganzen Klasse mitgeteilt. Eine tolle Art zu Lernen mit großem Spaßfaktor! 

Nicht von ungefähr sind die meisten unserer TeilnehmerInnen ganz wild darauf, die Diagnosemethoden der tibetischen Medizin zu lernen. Kommen die Tibeter traditionellerweise doch ganz ohne technische Hilfsmittel aus - machen kein Röntgen und kein Blutbild - und wissen dennoch innerhalb von wenigen Minuten, was den Patienten fehlt. Meistens sogar ohne ein Wort mit ihnen zu sprechen. Wie das geht? Ganz einfach: mittels Pulsdiagnose!

Blut ist ein ganz besonderer „Saft“ – es wird mit Hilfe des „Lung“ (= Wind) durch den ganzen Körper bewegt und ist deshalb aus Sicht der tibetischen Medizin ein „Botschafter“, der die momentane Befindlichkeit der Organe des ganzen Körpers aufnimmt und übermittelt. Diese Nachrichten kann man im wahrsten Sinn des Wortes abgreifen – und zwar am Handgelenk. Dort werden drei Finger auf den Puls gelegt, wobei ein erfahrener Arzt oder eine erfahrene Ärztin mit den drei Fingerspitzen die Botschaften von je zwei Organen erfühlen kann. Diese Botschaften sind „kodiert“, d.h. es braucht schon etwas Wissen zur Entschlüsselung  der sog. Pulseigenschaften. Vor allem aber braucht es unglaublich feine und sensible Finger – und dann noch sehr sehr viel Erfahrung…

Und wie ist das mit dem Urin? Der Harn ist eines der Abfallprodukte unserer Verdauung. Das bedeutet, dass unsere Nahrung und die Art, wie sie verwertet wird, die Eigenschaften des Urins verändert. (Das weiß jeder, der schon einmal Rote Rüben oder Spargel gegessen hat…). Tibetische ÄrztInnen achten deshalb auf Farbe, Geruch, Blasen und Klarheit des Urins, um festzustellen, ob jemand unter einer „heißen“ oder „kalten“ Krankheit leidet. Ein Uringlas zu schütteln ist vielleicht nicht ganz so spektakulär wie „den Puls zu lesen“ - aber genauso aussagekräftig.

Unsere TeilnehmerInnen lernen die Grundlagen der Puls- und Urindiagnose zunächst im TTM-Grundlehrgang. Danach gibt es spezielle Aufbaukurse. Einen solchen „Befundungs-Workshop“ haben wir im Mai 2015 durchgeführt und ca. 50 Leute aus der Umgebung als „Übungspersonen“ eingeladen, die zunächst von den TeilnehmerInnen und schließlich vom Lehrer, mittels Pulslesen, Urinbetrachtung und Befragung „befundet“ wurden. Es war ganz erstaunlich, dass die Diagnose-Ergebnisse unserer StudentInnen größtenteils mit den Ergebnissen des Lehrers übereinstimmten. Das heißt, dass die Pulsdiagnose keine Zauberei ist, sondern auf ganz konkreten Kriterien beruht, die man lernen kann. 

Wenn man sich mit der tibetischen Medizin beschäftigt (und wahrscheinlich trifft das auf jedes Heilsystem zu), lernt man alle Aspekte des Körpers mit neuen Augen zu betrachten. Für mich jedenfalls gibt es im Moment nichts Spannenderes. Und wollen wir nicht alle verstehen, wie das alles funktioniert und zusammenhängt? Wie wir gesund bleiben und Krankheiten vermeiden können? 

Der mächtigste Einfluss in diesem ganzen Gefüge von Gesundheit und Krankheit ist natürlich der Geist, das Bewusstsein. Auch das weiß die tibetische Medizin schon seit vielen Jahrhunderten. Aber das ist ein anderes Thema…

Liebe Grüße – und bleibt gesund!

Lucia

 

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at

Tibetzentrum Eingang
hier geht's zu den Seminarräumen
Eingangsbereich
Botschaft von SH Dalai Lama für TCI
Eingangsbereich TCI
unsere Bibliothek

Südwärts

Montag morgen. Ich habe eine rund dreistündige Fahrt vor mir; glücklicherweise entgegen dem Morgenverkehr, der zu Wochenbeginn in die Bundeshauptstadt hineinströmt. Während alles rund um mich in geschäftiges Leben und Treiben verfällt, entferne ich mich von ebendem. Und auch im Innen wird es während der Fahrt schon ruhiger.

Ein besonderer Ort

Ein paar Stunden später komme ich an. An einem Ort der Ruhe, der Einkehr, der Reflexion. Das Tibetzentrum begrüßt mich mit flatternden bunten Fähnchen. Sonnenstrahlen blitzen durch die Wolken hindurch, als würden sie sich freuen, mich hier zu begrüßen. Mein Blick streift umher; von den satten, grünen Frühlingswiesen über den blühenden Wald bis hin zum Tibetzentrum, das sich wie ein ruhender Pol in die malerische Landschaft einfügt. Die frische Landluft kitzelt in der Nase; und auch das zarte Rauschen der Natur in meinen Ohren fügt sich wunderbar in diese Symphonie der Sinne ein. Wie schön es hier ist, ist mit Worten schwer zu beschreiben!

Angekommen - angenommen

Im Tibetzentrum selbst ist die Luft frisch und kühl. Der lange Tisch mit Büchern begrüßt mich als erstes; wie gern verbringe ich hier Zeit und schmökere ein wenig. Ein Korb mit Äpfeln wartet friedlich auf Besucher.

Die Begrüßung ist innig und herzlich. Ich komm nicht nur an – ich fühl mich angekommen. Und angenommen. So wie ich bin. Mein Ego entspannt sich und lässt los. Mein Sein darf einfach sein. Und ich bin dankbar. Dankbar dafür, diesen Ort gefunden zu haben. Dankbar dafür, dass dieser Ort mich annimmt. Dankbar für das Tibetzentrum.

Vorwärts

Während der Tage in Knappenberg finde ich Ruhe und bin gleichzeitig produktiver als sonst wo. Die Arbeitsatmosphäre ist anders als in meinem Berufsumfeld: es wird viel gearbeitet, aber auch gelacht; es gibt klare Ansagen, aber immer auch mit viel Herz. Dinge werden offen an- und ausgesprochen. Und es wird viel bewegt – auf allen Ebenen.  

Ein offenes Haus

Aber egal ob ich als Studentin des Diplomlehrgangs für Buddhistische Philosophie und Religion oder als Volunteer hier bin – die Atmosphäre hier empfinde ich immer als ganz besonders. Allein das Gebäude strahlt schon eine ganz eigene, helle und klare Ruhe aus. Belebt wird es aber durch die Menschen, die hier ganz im Sinne Buddhas leben, lehren und lachen.  

In Worte lässt sich das sowieso nur schwer fassen. Falls ihr jetzt vielleicht ein wenig neugierig geworden seid oder falls in eurem fleißigen Alltag so ein Ort der Auszeit und Meditation vielleicht einfach guttun könnte – schaut doch einfach mal vorbei; und erzählt uns dann gern, wie ihr das empfunden habt – das Ankommen, Abschalten, Durchatmen. Über Besuch freuen wir uns nämlich immer – die Türen stehen für jeden offen! Und für wen Hüttenberg – der Heimatort Heinrich Harrers – ein bisschen wie „hinter den 7 Bergen, bei den 7 Zwergen“ klingt, der lasse sich mal folgendes durch den Kopf gehen:

– genau die scheinbare Abgeschiedenheit macht ja den Charme des Ortes aus!!!

– Von Wien und Salzburg aus sind es nur rund zweieinhalb Stunden Fahrt.

– Von Graz aus fährt man eine gute Stunde.

– Und von Klagenfurt ist es überhaupt nur 1 knappe Stunde mit dem Auto.

Alles Liebe und bis bald – im Tibetzentrum!

Eure Stefanie

 

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at 

Kurztrip nach Indien

vor dem Gyuto-Kloster
unser Hotel umgeben vom Himalaya-Gebirge
Gyuto-Kloster
wir in Norbulingka
zwei Tibeterinnen bei der Stoffapplikation
die Grüne Tara im Norbulingka Institut

Hallo ihr Lieben,

vor kurzem war ich mit einigen FreundInnen vom Tibetzentrum Institut in Indien, genauer gesagt im Gyuto-Kloster in Lower Dharamsala, um Belehrungen von Seiner Heiligkeit Dalai Lama zu hören. Es war für uns alle sehr inspirierend und motivierend, den Worten Seiner Heiligkeit zu folgen. Immer wieder zeigt er uns, wie wichtig es ist, selbst bei höchsten Yoga-Tantra-Einweihungen und Übungen nicht auf die Grundlagen zu vergessen: Ethik, Mitgefühl und Weisheit.

Was bedeutet Ethik?

Ein reines Herz, eine offene Geisteshaltung, frei von Falschheit, Grobheit und Arglist sind die Grundlagen für jede spirituelle Praxis. Diese Qualitäten sind aber nicht nur für religiöse Menschen von Bedeutung. Sie sind unabhängig von Glauben und Weltanschauung wichtige Voraussetzungen für jede Beziehung, für jedes Miteinander, für jede Gemeinschaft, die von Vertrauen und gegenseitigem Respekt getragen werden soll. In der buddhistischen Tradition gibt es viele Arten von ethischen Übungen (Gelübden), die frau/man nehmen und praktizieren kann. 

Eine Übung wären die sog. Laiengelübde oder die Übungen der Achtsamkeit. Dabei beobachten wir unser Denken und Tun im Alltag und versuchen, Handlungen des Tötens, des Stehlens, des Lügens usw. zunächst einmal zu erkennen, danach zu vermeiden und schließlich ganz aufzugeben. Klingt easy cheesy, doch wenn wir unser Tun und Denken beobachten, sehen wir, dass unsere Gewohnheiten uns ziemlich fest im Griff haben und dass selbst einfachste Übungen nicht so leicht sind. Dennoch: jeden Tag aufs Neue üben, nicht den Kopf hängen lassen und niemals aufgeben ist die Devise ;-)  Dann werden wir auch die Früchte dieser Geistesschulung ernten, die da sind: ein klarer Blick, ein offenes Herz, ein freier und weiter Geist, freudiges Tun und noch viel mehr.

Norbulingka Institut

Am 2. Tag sind wir nach den Belehrungen mit dem Taxi ins nahe gelegene Norbulingka-Institut gefahren. Norbulingka ist ein Garten der Ruhe, ein Ort des Lernens und des Kunsthandwerks. Dort werden die traditionellen tibetischen Handwerkskünste bewahrt, gelehrt und weiterentwickelt. Norbulingka ist auch ein Ort, wo Tibeterinnen und Tibeter Arbeit finden und ihre Kultur lebendig erhalten können. 

Wir besuchten die Werkstätten der Holzschnitz-Künstler, sprachen mit Meistern, die buddhistische Statuen herstellen, staunten über die farbenprächtigen Holzmalereien an Betten und Ziergegenständen und waren überwältigt von der hohen Kunst, Thangkas aus hunderten formvollendet genähten Stoffapplikationen herzustellen. Thangkas sind tibetische Rollbilder, die Buddhas und verwirklichte Meister zeigen oder auch Begebenheiten aus dem Leben des Buddha darstellen. Die Thangkas sind entweder gemalt oder bestehen aus Stoffapplikationen. Sie unterstützen Praktizierende bei der Meditation und werden heutzutage auch immer öfter als schmuckvolle Dekorationen verwendet.  

Wollt ihr mehr über die Geistesschulung erfahren? Oder möchtet ihr in die Kunst der Thangkamalerei hineinschnuppern? Dann schaut doch am Tibetzentrum Institut vorbei – wir haben ein sehr umfangreiches Programm und freuen uns auf euren Besuch!

Eine feine Woche und viel Freude beim Geistestraining wünscht euch von Herzen,

Monika

PS: In meinem nächsten Blog erzähle ich euch mehr von der Übung des Mitgefühls ;-)

 

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: Opens window for sending emailoffice@tibetcenter.at 

Gesundheitsvorsorge in der traditionellen tibetischen Medizin (TTM)

Am 2. Mai 2015 fand im Tibetzentrum Institut ein TTM-Seminar zum Thema Gesundheitsvorsorge statt. Dr. Passang Tsering brachte uns dabei die wichtigsten Bereiche der traditionellen tibetischen Medizin im Hinblick auf unsere eigene Gesundheit näher. Gesundheit bezieht sich im Sinne der tibetischen Medizin sowohl auf den Körper als auch auf den Geist. Somit wird hier mit einem ganzheitlichen Ansatz gearbeitet. Es wird davon ausgegangen, dass sich Geist und Körper gegenseitig beeinflussen. Deshalb müssen sowohl Körper als auch Geist im Gleichgewicht sein, um gesund zu bleiben. 

Energien

Die körperlichen Energien, genannt Nyepas, spielen eine zentrale Rolle in der tibetischen Medizin. Dabei wird unterschieden in:

• rLung (Loong)

• mKhris-pa (Tripa)

• Bad-kan (Baedken)

Um gesund zu sein, ist es wichtig, dass diese drei Energien ausgeglichen sind. Im Krankheitsfall kommt es zu einem Ungleichgewicht dieser Energien. 

Krankheit

In der tibetischen Medizin wird davon ausgegangen, dass vier Faktoren entscheidend für die Entstehung von Krankheiten sind:

• Wechsel der Jahreszeiten: Der Wechsel zwischen heiß und warm kann Krankheiten verursachen.

• Böse Geister: Unter bösen Geistern werden im Sinne der tibetischen Medizin psychische Erkrankungen verstanden. 

• Ungesunde Ernährung: Geschmack und Qualität der Nahrung sind dafür entscheidend.

• Unangemessener Lebensstil: Dies bezieht sich auf körperliche Bewegung und auch auf den Geist.

Die ersten beiden Faktoren können durch uns persönlich nicht beeinflusst werden. Jedoch haben wir die Möglichkeit durch unsere Ernährung und unseren Lebensstil Krankheiten entsprechend entgegenzuwirken.

Jede Krankheit entwickelt sich im Sinne der tibetischen Medizin aus einer Verdauungsstörung. Eine fehlerhafte Verdauung ist somit immer die erste Ursache einer Krankheit. Aufgrund der Verdauungsstörung entwickeln sich dann weitere Krankheiten. Deshalb empfiehlt die tibetische Medizin beim Auftreten von Verdauungsproblemen das Trinken von heißem abgekochtem Wasser, um weitere, daraus resultierende Krankheiten zu verhindern. Generell wird für eine funktionierende Verdauung die Einnahme von leichten und warmen Lebensmitteln empfohlen. Kalte und rohe Speisen können dagegen zu Verdauungsstörungen führen und sind somit nicht zu empfehlen.

Im nächsten Blog erfährt ihr mehr über die tibetische Horme-Behandlung. Diese kann förderlich für den Stressabbau sein. Mehr zum Thema Gesundheit aus Sicht der traditionellen tibetischen Medizin erfährt ihr in unseren Seminaren und Diplomlehrgängen am Tibetzentrum Institut. 

Hallo rundherum!

die Wolken kommen und gehen, doch der Himmel bleibt unverändert

Heutzutage gibt es ja unzählige Artikel über Meditation, aber dennoch bleibt die eigentliche Bedeutung häufig unklar. Wahrscheinlich auch deshalb, weil diesen Artikeln oft ein ikonisches irreführendes Foto beigefügt ist. Ein Foto mit einer jungen attraktiven Person, schlank und makellos, ohne Rückenschmerzen, frisch und gesund von ihrer letzten Saftkur an einem paradiesischen Seeufer in tiefer Meditation verweilend, im Lotussitz mit ihren Händen in der Om-Geste (wie denn sonst!? :-) ) – genauso wie noch kein Mensch jemals zuvor meditierte! Ha! 

Was bedeutet Meditation jetzt eigentlich?

Im Allgemeinen bedeutet Meditation „sich mit etwas vertraut machen“. Die tibetische Silbe „gom“ heißt so viel wie „sich an etwas gewöhnen“. Man kultiviert in der Meditation demnach positive Gewohnheiten, um sie schließlich in den Alltag zu integrieren. Es handelt sich also um konsequentes Geistestraining und weniger um die Erlangung physischer Makellosigkeit durch Saftkuren wie oft auf Fotos suggeriert :-) Weiters ist wichtig zu erwähnen, dass es grundsätzlich zwei Arten von Meditation gibt: die konzentrierte und die analytische Meditation, wobei ich heute auf die erste Art eingehen werde.

Wie funktioniert Meditation? 

Setze sich auf ein Meditationskissen und achte zuerst einmal auf deine Körperhaltung. Am wichtigsten ist dabei eine aufrechte Wirbelsäule – das fördert die geistige Klarheit – sowie ein fester Kontakt der Beine zur Erde – das fördert die geistige Stabilität. Einfach hinsetzen und den Gedanken freien Lauf lassen, bedeutet nicht Meditation, sondern Entspannung. Lenke dann deinen Geist auf ein Meditationsobjekt wie etwa den Atem  (Vorteil: immer dabei :-) ).

Die konzentrierte Meditation 

Wähle ein beliebiges Meditationsobjekt wie eben den Atem und fokussiere deinen Geist auf die Ein- und Ausatmung. Versuche zuerst 3 Minuten ohne Ablenkung beim Atem zu bleiben. Das ist gar nicht so einfach! Just try it! Es werden Gedanken auftauchen wie „Was werde ich heute noch essen?“, „Gestern Abend war’s echt lustig!“ blablabla... Eine Metapher kann hier helfen: Dein Geist ist der weite Himmelsraum. Betrachte aufsteigende Gedanken wie Wolken, die kommen und gehen. Versuche diesen Wolken weder nachzujagen, noch ihnen mit Aversion zu begegnen. Die Aufgabe besteht einfach in der Beobachtung deiner inneren Dimension und dein Anker ist dabei der Atem. Wenn es dir leichter fällt, kannst du deinen Atemzyklus zählen: Bei der ersten Ein- und Ausatmung zähle „eins“, bei der zweiten „zwei“, usw. Du kannst bis zu 10 Wiederholungen durchführen, falls du aber z.B. bei „vier“ merkst du warst abgelenkt, beginne wieder bei „eins“. 

Die zweite Art ist die analytische Meditation, bei der es um die Auseinandersetzung mit bestimmten Themen geht. Über diese Meditation erfahrt ihr im nächsten Tibetzentrum-Blog mehr. Auch die Frage „Wie oft soll ich meditieren?“ werde ich euch gerne das nächste Mal beantworten.

Falls ihr mehr über Meditation und ihren positiven Einfluss auf euer Leben erfahren wollt, bieten wir am Tibetzentrum regelmäßig Seminare zu diesem Thema an. Schaut euch einfach auf unserer Homepage um. Wenn ihr am neuesten Stand bleiben wollt, freuen wir uns, wenn ihr unseren Newsletter abonniert. 

Eine schöne und entspannte Woche wünscht euch

Jasmin 

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Anregungen unter: office@tibetcenter.at 

Information on Tibet Center Institute
Tibet Center Institute
Knappenberg 69 | A-9376 Hüttenberg
Austria, Europe
Initiates file downloadTerms & Conditions

© Tibet Center Institute